Ente auf Autogas

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Sigmar
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Re: Ente auf Autogas

Ungelesener Beitrag von Sigmar » Samstag 26. Mai 2018, 00:30

rubber duck hat geschrieben:
Freitag 25. Mai 2018, 17:25
So, jetzt habe ich mal eine Auswertung meiner Rückfahrt gestern von Sarrebourg.

Werbemodus an
Wer eine Navi-App sucht, die wunderbar für Enten geeignet ist, dem kann ich Calimoto empfehlen. Eigentlich für Motorradfahrer entwickelt, aber die Interessen (schöne, kurvenreiche Nebenstrecken) sind deckungsgleich.
Meine Route bin ich mit dieser App gefahren, die Auswertung hat sie mitgeliefert :-)
Werbemodus aus
;)
Schaffe ich über ( kommt auf den Steigungswinkel an wieviel % und wie lange die Wegstrecke ) 50 Km/h mit viel schalten beim 2.ten Gang auf den dritten Gang. Ich hab en 635 Motor drin mit 29 PS, 9:1 Kolben drin, egal der Weg ist das Ziel oder was ??
Hauptsache es funzt Wir fahren keine Bergrennen mit 500PS unter der Haupe und auf die paar km/h mehr kommt es auch nicht darauf an, du bist und bleibst ein Hindernis für etliche hochmotorisierte Autofahrer ;) :roll: :cool:



Rückfahrt Sarrebourg.png


Für eine bergige Überlandstrecke finde ich eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 50 km/h nicht so übel für eine Ente...

Was hier nicht angezeigt wird, aber in der App direkt, sind zusätzliche Informationen:
Maximale Beschleunigung: 2,5 m/s²
Maximale Verzögerung: 2,7 m/s²
Maximale Schräglage: 31°
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rubber duck
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Re: Ente auf Autogas

Ungelesener Beitrag von rubber duck » Donnerstag 31. Mai 2018, 19:20

Sigmar hat geschrieben:
Samstag 26. Mai 2018, 00:30
Schaffe ich über ( kommt auf den Steigungswinkel an wieviel % und wie lange die Wegstrecke ) 50 Km/h mit viel schalten beim 2.ten Gang auf den dritten Gang. Ich hab en 635 Motor drin mit 29 PS, 9:1 Kolben drin, egal der Weg ist das Ziel oder was ??
Hauptsache es funzt Wir fahren keine Bergrennen mit 500PS unter der Haupe und auf die paar km/h mehr kommt es auch nicht darauf an, du bist und bleibst ein Hindernis für etliche hochmotorisierte Autofahrer ;) :roll: :cool:
Gefühlt bin ich das sowieso und immer, das Hindernis.
Aber egal. Inzwischen habe ich eine gute Einstellung gefunden, gefühlt läuft sie auf Gas wieder besser als auf Benzin. Nur oben raus ab ca. 100 km/h wird sie zäh, das vermute ich aber wie gesagt im Durchlassquerschnitt vom Mischer, ist nämlich im Benzinbetrieb gleich.
Inzwischen, nach 2000 km, hat sich der Verbrauch auf Gas auf 7,5 Liter eingependelt, mit Streuung von 7,2 bis 8,2 Liter / 100km. Also 20% Mehrverbrauch zum Benzinbetrieb - da kann ich zufrieden sein, das können meine vollsequentiellen Anlagen in den anderen Autos auch nicht wesentlich besser.
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Re: Ente auf Autogas

Ungelesener Beitrag von rubber duck » Mittwoch 3. Juli 2019, 12:50

So, nun der Erfahrungsbericht nach 10.000 km.

Die Gasanlage war etwas zu fett eingestellt. Nachdem ich mal bei meinem freundlichen HU-Prüfer zwischendurch an den Abgastester durfte und die Gasanlage in Leerlauf und höherer Drehzahl besser abstimmen konnte, lief sie richtig gut und auch etwas sparsamer. Durch den Luftfilterwechsel bei der letzten Inspektion hat sich das wieder etwas verschlechtert, ich denke ich muss nochmal zur Feinjustierung.

Der Gasverbrauch hat sich über die 10.000 km auf durchschnittlich 7,5 L/100 km eingepegelt. Da ich den Motor immer direkt auf Gas starte (selbst im Winter), kommt auch kein Startbenzin dazu. Der Großteil des Benzin"verbrauchs" geht deswegen auf das Konto "Verdampfungsverluste aus dem Tank". Seit dem letzten mal Benzin volltanken (Oktober '18 bzw. seit 5000 km) bin ich keinen Meter mehr mit Benzin gefahren, aber der Benzintank ist nur noch 3/4 voll :|

Der Verbrauchsbereich streut von 6,8 bis 9 L/100km, die Reichweite auf Gas liegt bei ~ 350 - 400 km. Kostenmäßig liege ich damit unter 4,5 Cent pro km.

Die Leistung ist eigentlich normal, auf Landstraßen komme ich zuverlässig auf 100 km/h oder mehr, auf Autobahnen sind auch mal 120 + x km/h drin. Auch im Anhängerbetrieb läuft es ganz gut und ohne exorbitantem Mehrverbrauch (aller Anhängerbetrieb ist in den max. 9 L/100km bereits berücksichtigt).

An Zündkerzen oder Ventilen / Ventilspiel kann ich kein besonderes Lauf- oder Verschleißbild erkennen.

Einziger Nachteil ist die etwas unzureichende Verdampferheizung auf den ersten 10 - 15 km, die hin und wieder dafür sorgt dass kein Leerlauf vorhanden ist. Und dann der Motor auch immer wieder schnell abstirbt und ziemlich startunwillig ist. als Grund vermute ich eine Verdampfervereisung, denn nach wenigen Momenten (schlimmstenfalls wenige Minuten) springt der Motor wieder an und läuft auch sauber im Standgas, als wär nie was gewesen.

Insgesamt jedenfalls hat sich die Anlage jetzt schon amortisiert, nach diesen 10.000 km. Und es hat was nostalgisches ;) , volltanken und fast 400 km weit kommen für 12 - 15 €. Nostalgisch, weil ich solche Tankkosten-Reichweite-Verhältnisse zuletzt Anfang der 1990er Jahre hatte.

Mein Fazit ist also: Lohnt sich, alles richtig gemacht :-)
Vielleicht würde ich bei einem neuen Umbau doch schauen ob ich einen Tank mit 580 mm Durchmesser bekomme, oder ob nicht doch einer mit 600 mm in die Reserveradmulde passt.
Und auch genauer prüfen, ob Umbau und Eintragung als monovalenter Gasbetrieb möglich ist. Eine der Bedingungen dafür ist, dass der Benzintank auf max. 15 Liter begrenzt ist, was für mich ja keinerlei Einschränkung bedeuten würde. Eher noch die Chance für einen größeren Gastank bzw. einen zweiten Gastank unter der Rückbank.
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Re: Ente auf Autogas

Ungelesener Beitrag von Sigmar » Mittwoch 3. Juli 2019, 16:23

Ich hab meine Gasanlage dem Schnuffel verkauft, der wollte damit seine Entenwerkstatt heizen. Ich hatte doch zu viel Ärger mit der Anlage. War für mich doch die bessere Lösung.
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Re: Ente auf Autogas

Ungelesener Beitrag von rubber duck » Mittwoch 3. Juli 2019, 18:57

Ich weiß das noch :-)
Und ich denke nach wie vor, dass die Anlage nur nie korrekt eingestellt wurde. Aber ich kann es auch verstehen, wenn man irgendwann vor lauter Misserfolge nicht mehr mag.
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Re: Ente auf Autogas

Ungelesener Beitrag von Sigmar » Mittwoch 3. Juli 2019, 22:23

genau und tausend Euro zum Fenster rausgehauen für nix :daumen:
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Re: Ente auf Autogas

Ungelesener Beitrag von ivanjho » Freitag 9. August 2019, 22:40

Hallo LPG umbauer,
Danke für die Fotos und Detailerklärungen.
Der idealismus in allen Ehren, jedoch habe ein paar Gründe die mich bewegen würden, es nicht zu tun.

Da ich um die 2000 herum einen Subaru Legacy 2.5l hatte mit 150 PS und der Hubraum natürlich unweigerlich bei Schwerlast ...Urlaub mit oder ohne Wohnwagen Spritverbraucherhöhung bedeuten, entschloss ich mich es auch einbauen zu lassen.

Der Subaru ist auch ein Boxermotor , entsprechend dimensioniert und sprüht nur vor Leistung.
Dennoch musste unter dieser erwâhnten Betriebsart unweigerlich mit ca. 15-20 Leistungsdefizit rechnen und bedenken,
dass der thermische Wirkungsgrad im Gasbetrieb auch noch einwirkt, quasi dem Motor alles abverlangt. Aus diesem Grund und den Schmieraspekten, wird im Benzinbetrieb gestartet & per Knopfdruck dann manuell umgeschaltet.

Der Benefit hob genau 3 Jahre und dann war Schicht im Schacht bzw. eine Boxerseite leider defekt.
Subaru hat ein Teilentschädigung angeboten, die ich nicht annahm, sondern das Fahrzeug komplett gegen Geld zurückgab.

Hitze und Boxer schneidet sich.
Die Wechselwirkung der 2 Motorseiten scheint für LPGbetrieb nicht optimal.
Der Leistungsverlust bei LPG ist spürbar. Da Entlein wenig Schmalz hat, wird nicht viel übrig bleiben.
Ersparnis eben nur durch den Unterschied Benzin,/Gas Preis.
Holland herausragend knapp unter 50ct/Liter.

Der eigentliche Grund es nicht zu tun, ist die Sicherheit .
Bei einem Crash / Auffahrunfall ist da wirklich viel Glück erforderlich, dass es gerade noch gut geht.

Dennoch Respekt und Erfolg beim Einbau.
Bin auf deinen ersten Fahrtbericht gespannt. :Danke:

Grüße ivanjho
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Re: Ente auf Autogas

Ungelesener Beitrag von rubber duck » Samstag 10. August 2019, 01:01

ivanjho hat geschrieben:
Freitag 9. August 2019, 22:40
Bin auf deinen ersten Fahrtbericht gespannt.
Lies einfach 5 Beiträge weiter oben... :-D Oder sind dir 10.000 km zu wenig?

Deine Einwände sind typisch für Skeptiker die mal negative Erfahrungen hatten. Ich kann sie nicht teilen. Weder was die Unverträglichkeit Boxer + LPG angehen würde, noch was den Leistungsverlust betrifft. Bei so viel Leistungsverlust ist schlicht die Anlage falsch ausgelegt oder eingestellt, das kann dann auch mal einen Motor himmeln. Alsonsten schlägt sich die geringere Energiedichte von LPG vorwiegend im Mehrverbrauch nieder.
Außer der Ente hatte ich bislang zwei VW Bus T3 auf Gas, die auch allerhand im Anhängerbetrieb herhalten mussten. Und ich weiß gerade von Subarus, dass sie sehr gut mit LPG können. Wie oben geschrieben: Vorausgesetzt, die Anlage ist korrekt dimensioniert, eingebaut und eingestellt. Was leider selbst (oder gerade?) bei professionellen Umrüstern nicht gewährt ist.

Ich hab außerdem noch zwei weitere Fahrzeuge auf Gas, allerdings keine mit Boxermotoren. Aber eins davon gilt in Deutschland als ausdrücklich nicht gasfest, wo ich aber seit bald 50.000 km nichts davon merke...

ivanjho hat geschrieben:
Freitag 9. August 2019, 22:40
Da Entlein wenig Schmalz hat, wird nicht viel übrig bleiben.
Du hast Spekulation, ich habe praktische Erfahrung und Fakten. Die Ente läuft auf LPG mindestens ebenso gut wie auf Benzin. Der Kaltstart ist sogar merklich besser.

ivanjho hat geschrieben:
Freitag 9. August 2019, 22:40
Der eigentliche Grund es nicht zu tun, ist die Sicherheit .
Bei einem Crash / Auffahrunfall ist da wirklich viel Glück erforderlich, dass es gerade noch gut geht.
Schau mal nach den Crashversuchen, die der ADAC mit LPG-Fahrzeugen durchgeführt hat. Und dann überleg nochmal, ob du diese Behauptung aufrecht erhalten willst.
Im Crashfall ist der LPG-Tank sicherer als der Benzintank.


Es ist voll in Ordnung, wenn du deine Fahrzeuge nicht mit LPG betreibst. Es ist nicht nötig, deswegen mit wenig standfesten Argumenten den Gasantrieb schlechter hinzustellen als er ist.
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