Zündeinstellung Big Bore 652ccm

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Zündeinstellung Big Bore 652ccm

Ungelesener Beitrag von Enter » Montag 4. März 2019, 22:14

Hallo,
Fahre seit einiger Zeit BIG BORE Satz von Burton. Ich habe das Gefühl ein leichtes klingeln bei Volllast zu hören. Wollte mal fragen welche Zündeinstellung für BIG BORE ihr mir am besten empfehlen könnt.
Verbaut und im Einsatz:
Super plus mit bleizusatz
DG Nition elekt. Zündung. Zündzeitpunkt 8Grad vor OT
Zündkerzen NGK BR7HIX
Valeo Zündspule und neue Zündkabel
Vergaser 24/21 mit 1.Stufe 125 und 2. 100

Mein Gedanke war jetzt den ZZP zurückzunehmen um dem Klingel entgegen zu wirken. Ich denke aber wiederum, dass 8 Grad schon recht spät ist... Vielleicht gibt es ja ein paar vernünftige Tipps um mir weiter zu helfen.

Freundliche Grüße
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rubber duck
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Re: Zündeinstellung Big Bore 652ccm

Ungelesener Beitrag von rubber duck » Montag 4. März 2019, 23:31

Mehr Oktan! :-D

Ich hab auch schon was gelesen von einem CNG-Umbau, damit hättest du zwischen 120 und 130 Oktan. Mehr geht glaub nicht mehr.

Ansonsten weiß ich nicht, was alles durch den big bore Kit betroffen ist und nachbearbeitet wurde. Nicht dass es eine ungünstige Quetschkante gibt die das Klingeln begünstigt.

Für was nimmst du Bleiersatz?
Das zweite Leben des Ferdinand (Restaurierungsbericht) / Ente auf Autogas (Umbaubericht)
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Rost
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Re: Zündeinstellung Big Bore 652ccm

Ungelesener Beitrag von Rost » Montag 4. März 2019, 23:46

Entscheidend ist nicht,was die DGNition am Anfang, sondern tatsächlich gegen Ende der programmierten Verstellung macht. Denn leider werden diese Blackboxen oft eingebaut, ohne dass sie mit einer Blitzpistole kontrolliert werden. Um zu verdeutlichen, wo die Grenzen liegen, habe ich mich der Citroen Grafik bedient:

b A50-85_2.jpg
Zu beachten ist, dass die Gradzahlen auf den statischen Einstellpunkt ( 0° sind hier 8°v.OT) referenzieren und sich auf die Nockenwelle beziehen. Bei 107 Zähnen der Schwungscheibe entspricht ein Zahn einem Verstellbereich der KW : 3,36°

Beachte: 12°an der Nockenwelle entsprechen 24° Bewegung an der Schwungscheibe.(gesamt 32° v.OT /8+24) Ergo darf eine Markierung bei einem A06/664 maximal 7 Zähne (24/3.36) gg. den Uhrzeigersinn weiterwandern.

Dieses Verstellmaximum wird bei korrekt eingestellten Fliehgewicht Begrenzunzungen / Federn bei 2700 U/min erreicht (Die 1350 U/min beziehen sich auf die Nockenwelle)

Achtung: Setzt Du Deine erste Markierung auf der Schwungscheibe bei 8° v.OT. wandert diese im Leerlauf bereits 1-1.5 Zähne gg. den Uhrzeigersinn. (Bereits 2.5° an der Nockenwelle bzw. 5° Schwungscheibe bei 1000 U/min.)

Bei den 2CV6 Motoren vor dem A06/664 Normal Bleifrei Motor, waren die Fliehgewichte so eingestellt, dass die Verstellung bis maximal 15° an der Nockenwelle, entsprechend 30° Bewegung an der Schwungscheibe (gesamt 38°v.OT / 8+30) erfolgt. Hier darf die Markierung max. 9 Zähne (30/3.36) gg. den Uhrzeigersinn weiterwandern. Dieses Verstellmaximum wird bei ca.2800 U/min erreicht.

So verhält sich eine ideale Frühzündungsverstellung der mechanischen Zündung des 2CV6.

Du mußt jetzt lediglich kontrollieren, ob die DGNition bei hohen Drehzahlen die oben angegebenen 7 bzw. 9 Zähne in gg. den Uhrzeigersinn einhält oder darüber hinaus geht. Ist letzteres der Fall, mußt Du tatsächlich die DGNition und damit das kpl. Band in Richtung spät (im Uhrzeigersinn) verdrehen, da Du ja keine Möglichkeit hast, lediglich das Ende der Frühzüngsverstellung zu begrenzen bzw. abzuschneiden.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Birne

Re: Zündeinstellung Big Bore 652ccm

Ungelesener Beitrag von Birne » Dienstag 5. März 2019, 08:59

Einen sehr guten Artikel zu dem Thema, der sich auch auf die mechanische Zündung bezieht und wie man diese optimiert, gibt es auch von C-laus:

http://2cv-power.de/tuning/zuendung_opt ... eren_1.htm
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Rost
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Re: Zündeinstellung Big Bore 652ccm

Ungelesener Beitrag von Rost » Dienstag 5. März 2019, 18:38

Stimmt, ich habe das nicht erfunden, vor allem führt C-Laus ja auch ausführlich aus, wie man die Verstellung praktisch ermittelt und erläutert den Hintergrund. Eine tolle Seite.

Was vielleicht aber nicht jedem klar ist/war, dass sich C-Laus ausschliesslich auf den "kastrierten" A06/644 bezieht, während oben stehende Grafik die Vorgänger wie den A06/635 mit seinen größeren Maximalgrenzen einbezieht. Wenn jemand einen BigBore verbaut, geht es ja um Leistung und die tatsächlichen Grenzen (natürlich nur bei Verwendung hochoktaniker Benzinsorten). Ich tanke übrigens auch im Altvogel 102, und nicht nur weil diese Sorte kein Ethanol enthält. Bei 12PS zählt jedes Grad in Richtung früh ;-)
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Birne

Re: Zündeinstellung Big Bore 652ccm

Ungelesener Beitrag von Birne » Dienstag 5. März 2019, 20:09

C-laus hat vor zwanzig Jahren schon Bigbore-Motoren gebaut und alles rausgekitzelt. Z.B. Verdichtung erhöht und zwei Zündkerzen pro Zylinder. Die Motoren waren schnell, aber auch recht laut. Und haben oft nicht lange gehalten - Extremtuning eben. :-)
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Re: Zündeinstellung Big Bore 652ccm

Ungelesener Beitrag von Enter » Dienstag 5. März 2019, 21:22

rubber duck hat geschrieben:
Montag 4. März 2019, 23:31
Mehr Oktan! :-D

Ich hab auch schon was gelesen von einem CNG-Umbau, damit hättest du zwischen 120 und 130 Oktan. Mehr geht glaub nicht mehr.

Ansonsten weiß ich nicht, was alles durch den big bore Kit betroffen ist und nachbearbeitet wurde. Nicht dass es eine ungünstige Quetschkante gibt die das Klingeln begünstigt.

Für was nimmst du Bleiersatz?
Neue Ventile plus Dichtungen, eingeschliffen, Zylinderköpfe gesäubert usw was man halt macht wenn man alles schon auseinander hat.
Bleizusatz weil das Super Plus was ich hier tanke bleifrei ist und die hohe Verdichtung meines Wissens nicht für bleifrei Sprit ausgelegt ist.
Das Klingeln ist mit Bleizusatz schon weniger geworden...
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Re: Zündeinstellung Big Bore 652ccm

Ungelesener Beitrag von Enter » Dienstag 5. März 2019, 21:39

Rost hat geschrieben:
Montag 4. März 2019, 23:46
Entscheidend ist nicht,was die DGNition am Anfang, sondern tatsächlich gegen Ende der programmierten Verstellung macht. Denn leider werden diese Blackboxen oft eingebaut, ohne dass sie mit einer Blitzpistole kontrolliert werden. Um zu verdeutlichen, wo die Grenzen liegen, habe ich mich der Citroen Grafik bedient:


b A50-85_2.jpg

Zu beachten ist, dass die Gradzahlen auf den statischen Einstellpunkt ( 0° sind hier 8°v.OT) referenzieren und sich auf die Nockenwelle beziehen. Bei 107 Zähnen der Schwungscheibe entspricht ein Zahn einem Verstellbereich der KW : 3,36°

Beachte: 12°an der Nockenwelle entsprechen 24° Bewegung an der Schwungscheibe.(gesamt 32° v.OT /8+24) Ergo darf eine Markierung bei einem A06/664 maximal 7 Zähne (24/3.36) gg. den Uhrzeigersinn weiterwandern.

Dieses Verstellmaximum wird bei korrekt eingestellten Fliehgewicht Begrenzunzungen / Federn bei 2700 U/min erreicht (Die 1350 U/min beziehen sich auf die Nockenwelle)

Achtung: Setzt Du Deine erste Markierung auf der Schwungscheibe bei 8° v.OT. wandert diese im Leerlauf bereits 1-1.5 Zähne gg. den Uhrzeigersinn. (Bereits 2.5° an der Nockenwelle bzw. 5° Schwungscheibe bei 1000 U/min.)

Bei den 2CV6 Motoren vor dem A06/664 Normal Bleifrei Motor, waren die Fliehgewichte so eingestellt, dass die Verstellung bis maximal 15° an der Nockenwelle, entsprechend 30° Bewegung an der Schwungscheibe (gesamt 38°v.OT / 8+30) erfolgt. Hier darf die Markierung max. 9 Zähne (30/3.36) gg. den Uhrzeigersinn weiterwandern. Dieses Verstellmaximum wird bei ca.2800 U/min erreicht.

So verhält sich eine ideale Frühzündungsverstellung der mechanischen Zündung des 2CV6.

Du mußt jetzt lediglich kontrollieren, ob die DGNition bei hohen Drehzahlen die oben angegebenen 7 bzw. 9 Zähne in gg. den Uhrzeigersinn einhält oder darüber hinaus geht. Ist letzteres der Fall, mußt Du tatsächlich die DGNition und damit das kpl. Band in Richtung spät (im Uhrzeigersinn) verdrehen, da Du ja keine Möglichkeit hast, lediglich das Ende der Frühzüngsverstellung zu begrenzen bzw. abzuschneiden.
Vielen Dank.
Ja ich habe mich naiv und blind auf die Frühzündverstellung der programmierte DGNition verlassen. Das abblitzen werde ich ausprobieren und berichten. Wahrscheinlich geht bei der Verstellung in Richtung Spät, ein Leistungsverlust mit ein, oder kann durch eine kontrollierte Verbrennung des Gemisches durch die Verstellung, die Leistungsabgabe begünstigt werden ? Ebenso würde ich gerne mal von den anderen BIG BORE Fahrern wissen welche Zündanlagen/Zündzeitpunkte sie für ihre Maschine verbaut haben. Ich bin eben sehr sensibel was Geräuschentwicklung in meiner Ente angeht. Wäre vielleicht auch für andere BIG BORE Besitzer hilfreich die solche Geräusche wie Hochgeschwindigkeitsklingeln nicht wahrnehmen, vielleicht mal schleunigst mal nach ihrer Zündeinstellung zu schauen bevor man hinterher schlauer ist... :wasguckstdu:
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Re: Zündeinstellung Big Bore 652ccm

Ungelesener Beitrag von Rost » Dienstag 5. März 2019, 22:55

Naiv war ich auch. Ich bin erst darauf gekommen, als mir ein (anderer) Hersteller einer einstellbaren kontaktlosen Zündung die Verstell Kurven nicht zusenden konnte (oder wollte) und ich mir eine Klingelneigung bei bestimmten Einstellungen nicht erklären konnte. Ich habe dann eine Grafik angefertigt, d.h. bei verschiedenen Drehzahlen / Einstellungen abgeblitzt, um zu schauen, was die "Blackbox" wirklich macht und mich so ans Optimum herangetastet.
Wahrscheinlich geht bei der Verstellung in Richtung Spät, ein Leistungsverlust mit ein
Ich sehe das so: Ist das Klingeln einem zu frühen Zündzeitpunkt geschuldet, liegt Deine schadenfrei nutzbare maximale Leistung ohnhin da, wo das Klingeln einsetzt. Wenn Du Dir vorstellst, dass beim Verdrehung in Richtung Spät die oben abgebildete Kurve nach unten verschoben wird, hast Du ja auch sofort eine Idee davon, was da passiert. Auch wenn die Verstell Kurve der DGNition nicht zwingend exakt dieser entspricht, wird sie aber ähnlich sein.
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Re: Zündeinstellung Big Bore 652ccm

Ungelesener Beitrag von rubber duck » Dienstag 5. März 2019, 23:01

Richtig, Super Plus ist bleifrei, und der Bleizusatz bremst die Klingelneigung aus. Eine Notwendigkeit für den Bleizusatz aufgrund der hohen Verdichtung ist mir nicht bekannt - es gibt ja auch einige noch höher verdichtete Motoren die problemlos mit Bleifrei laufen. Ok, sind keine Entenmotoren...
Aber ich vermute, Bleizusatz als Klingelbremse ist mehr Symptombekämpfung als dass es wirklich die Ursache angehen oder gar beheben würde.

Big Bore ist ein Projekt, mit dem ich schon etwas liebäugeln tu. Es ist aber noch nichts spruchreif, und ich weiß noch nicht ob ich mir selbst so einen Motor aufbaue, oder ob ich mir einen fertig aufgebauten und geprüften Rumpfmotor von Burton hole. Kommt sicher drauf an, wie kurzfristig dann der Bedarfist, wie der Pegelstand im Geldbeutel sowie die zeitlichen Kapazitätsreserven sind...

Birne hat geschrieben:
Dienstag 5. März 2019, 20:09
C-laus hat vor zwanzig Jahren schon Bigbore-Motoren gebaut und alles rausgekitzelt. Z.B. Verdichtung erhöht und zwei Zündkerzen pro Zylinder. Die Motoren waren schnell, aber auch recht laut. Und haben oft nicht lange gehalten - Extremtuning eben. :-)
Seine Seite schau ich mir auch immer wieder mal gerne an.
Hat er sich nur auf Extremtuning ausgerichtet, oder hat er auch dauerhaltbarere Tuningstufen erarbeitet? Ein paar Mehr-PS würden mich nicht stören ;) Weniger für topspeed, sondern mehr dafür dass die Geschwindigkeit nicht gleich in den Keller rutscht, sobald eine Steigung auch nur in Sicht kommt oder die Windrichtung ungünstig steht...
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