Ente auf Autogas

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Ente auf Autogas

Ungelesener Beitrag von rubber duck » Sonntag 29. April 2018, 00:00

Hallo zusammen,

als wäre die Wiederbelebung meiner Ente unter selbstgemachtem Zeitdruck nicht genug, wollte ich auch noch das Projekt LPG im 2CV angehen. Früher war ich mal leidenschaftlicher Dieselfahrer, aber bin (schon lange vor Dieselgate) komplett auf Benziner mit LPG umgestiegen. Dementsprechend war es mir eine Prüfung wert, ob es das mit der Ente auch bringen würde.

Hier kommt also mein Selbsterfahrungsbericht :-)
Das zweite Leben des Ferdinand (Restaurierungsbericht) / Ente auf Autogas (Umbaubericht) / 2CV-Wiki.de (das Marathon-Projekt)
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Ente auf Autogas - die Sinnfrage

Ungelesener Beitrag von rubber duck » Sonntag 29. April 2018, 00:28

"Die Ente braucht so wenig Sprit, da lohnt sich das nie"

"Die Ente ist zum Spaß haben, wer sparen will soll sich ein anderes Auto nehmen"

Solche Argumente kennt man zur Genüge. Aber wenn ich mir das genauer unter die Lupe nehme:

Die Ente braucht 6 - 7 Liter Sprit auf 100 km, rechne ich mal im Mittel mit 6,5 L/100km. Meine Erfahrungen mit dem T3 bringen 20 - 25% Mehrverbrauch im Gasbetrieb, also rechne ich mal mit 8 Liter. Bei derzeit ca. 1,35 € für E10 zu 0,60 € für LPG sind das 8,78 € vs. 4,8 € Spritkosten auf 100 km, also rund 4,- € Ersparnis.

Den Umbau mach ich selbst, damit fallen für mich die Umbaukosten weg.
Mit der Wiederbelebung meiner Ente will ich gleich weitere technische Änderungen durchführen, damit fallen keine extra Abnahmegebühren an. Also kann ich mit den reinen Materialkosten der LPG-Anlage rechnen.

Dadurch dass die Ente selbst mit G-Kat nur Euro 1 bekommt, braucht man kein Abgasgutachten für die LPG-Anlage. Und dadurch dass es ein Vergasermotor ist, und die Lambdaregelung für den G-Kat über geregelte Bypassluft geht, genügt die einfachste ungeregelte Venturianlage. In Deutschland bekommt man die für 125,- €, in Polen für rund 80,- €. Dazu kommt noch der Tank (~ 150,- € mitsamt Multiventil) und Kleinzeugs.
Mein Invest blieb (Dank der Unterstützung eines polnischen Kollegen :-D ) insgesamt knapp unter 300,- €.

Mit den oben kalkulierten 4,- € Ersparnis pro 100 km hat sich mein Invest nach 7.500 km schon amortisiert (also innerhalb eines Inspektionsintervalls). Das dürfte voraussichtlich meiner Jahresfahrleistung entsprechen.

Und damit amortisiert sich die LPG-Anlage in der Ente doppelt so schnell, wie ich es im Twingo hatte. Der ist noch sparsamer, hat eine vollsequentielle Anlage und brauchte ein Abgasgutachten...

Ach ja, was die Haltbarkeit der Motoren im Gasbetrieb angeht: Angeblich sind ziemlich viele Motoren nicht gasfest. Angeblich würde z.B. mein 16V Twingomotor den Gasbetrieb gar nicht abkönnen.
Meine Erfahrung ist anders...


Ob sich das für jeden rechnet, muss sich jeder selbst ausdenken. Ohne dieser Unterstützung meines Kollegen wären es halt 350,- € gewesen. Und mit extra technischer Abnahme beim TÜV und Papiere ändern wären es nochmal knappe 100,- € mehr.
Wenn über die nächsten paar Jahre der Steuervorteil für LPG allmählich zurüch gefahren wird, macht das auch nicht die großen Unterschiede. Die Steuervorteile machen ca. 7 Cent pro Liter aus.

Mir ist es das wert, das Fahren zu genießen und auch das Tanken. Und bei Bedarf, da ich den Benzintank nach wie vor an Bord habe, rund 800 km Reichweite zu haben.
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Ente auf Autogas - die LPG-Anlage

Ungelesener Beitrag von rubber duck » Sonntag 29. April 2018, 00:46

Hier nun die komplette Anlage.

LPG-Anlage.jpg


Da die LPG-Anlage eine Wärmequelle braucht, für die normalerweise das Kühlwasser verwendet wird, was die Ente aber nicht bietet, musste ich mir was einfallen lassen.
Ein um den Krümmer gewickeltes Kupferrohr, was man immer wieder mal sieht bei luftgekühlten LPG-Fahrzeugen, ist nicht mein Ding. Ich habe mich für einen Öl-Wasser-Wärmetauscher entschieden, wie er bei zahlreichen VW, Audi, Volvo usw. zum Einsatz kommt. Dafür war ein anderes Ölfilterrohr im Ölfilterträger erforderlich.

LPG Ölfilterrohr.jpg
LPG Ölfilter mit Wärmetauscher.jpg


Und das ist alles :-D
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Re: Ente auf Autogas

Ungelesener Beitrag von sleeper » Sonntag 29. April 2018, 12:12

Motor schon eingebaut?
Die Filterpatrone mit dem Wärmetauscher geht sich mit Chassis und Kotflügel aus? Hab das dort etwas beengt in Erinnerung.
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Re: Ente auf Autogas

Ungelesener Beitrag von NT81Bonn » Sonntag 29. April 2018, 12:16

Hi,

ich bin zwar immer noch der Meinung, dass das bei der Ente nicht nötig ist, aber diese Rechnung machts natürlich schon interessant.

Und der Umbau interessiert mich natürlich auch. Aber wofür ist der Wischwasserbehälter? Reservegastank? :Bauchhalt:

Du stehst unter :suche: Beobachtung.

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Re: Ente auf Autogas

Ungelesener Beitrag von rubber duck » Sonntag 29. April 2018, 14:03

NT81Bonn hat geschrieben:
Sonntag 29. April 2018, 12:16
Aber wofür ist der Wischwasserbehälter? Reservegastank? :Bauchhalt:
Wie gesagt, LPG braucht eine Wärmequelle. Beim Verdampfen sinkt die Temperatur um über 20°C ab, das kann dazu führen dass die Membran im Verdampfer vereist und das Gas nicht mehr korrekt zugemessen wird. Zu wenig, zu viel - passt halt nicht.
Deswegen wird der Verdampfer mit Kühlwasser geheizt. Deswegen baue ich einen extra kleinen Wasserkreislauf ein. Und der braucht einen Ausgleichsbehälter.

Details kommen noch.
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Re: Ente auf Autogas

Ungelesener Beitrag von Sigmar » Sonntag 29. April 2018, 15:15

Ich hatte den gleichen Gastank drin ich glaube 30 Liter paßt aber nur 25 oder 27 Liter Gas rein. Ich hatte einen Verbrauch von etwa 11l auf hundert Kilometer. Und die Motorleistung am Berg war merklich weniger, ich mußte dann immer auf Benzin umschalten damit ich überhaupt den Berg hochkam. Naja wirst ja sehn wenn Du deine erste Fahrt damit machst. Vielleicht läuft es bei Dir besser. :suche:
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Ente auf Autogas - Tankeinbau

Ungelesener Beitrag von rubber duck » Sonntag 29. April 2018, 16:35

Erste Sache war der Tankeinbau. Für mich kommt nur Unterflur- oder Reserveradmuldentank in Frage, weil ich die Eingrenzung des Innenraums oder des Kofferraums nicht mag. Ersteres ist bei der Ente nicht möglich. Reserveradmuldentank dagegen kein Problem, da ich eh schon das Reserverad unter der Motorhaube habe. Also geht nur der zusätzlich gewonnene Platz in der Reserveradmulde wieder verloren.

Tanks gibt es mit 600mm Durchmesser und 180mm Höhe, da ist leider der Durchmesser knapp zu groß für den Reserveradmulde. Nächst kleinerer ist 580mm Durchmesser und 200mm Höhe, der ragt dann aber schon nach oben über die Reserveradmulde raus und klaut Kofferraumvolumen. Also die nächst kleinere Variante 565mm x 180mm.

Den ganz zur Seite gerückt, damit bleibt ein Teil Reserveradmulde für allerlei Kleinzeug erhalten. Und der Tank sitzt direkt über einem Rahmenausleger. Zudem wird die Kofferraumbodenverstärkung in der Mitte nicht angeknackt.

Das Tankvolumen ist brutto 34 Liter, bei Füllstopp 80% also 27 Liter Nutzvolumen. Erfahrungsgemäß sind es aber meist gegen 90%. Das Multiventil habe ich so ausgerichtet, dass die Gasentnahme hinten im Tank ist. Also bei leerem Tank eher bei Bergabfahrt als bei Bergauffahrt Luft gezogen wird. Also bei Fahrt unter Last nicht die Gefahr vorhanden ist, plötzlich ohne Vortrieb neben dem LKW zu verhungern...

Unter dem Kofferraumboden dann noch eine Verstärkungsstrebe quer zwischen den Längsträgern. Das Kofferraumbodenblech alleine ist viel zu schwach für den Tank.

LPG Gastank Ausrichtung.jpg
LPG Gastank Multiventilanschlüsse.jpg
LPG Gastank Traverse und Füllleitung.jpg
LPG Gastank Traverse eingebaut.jpg
LPG Gastank fertig eingebaut.jpg
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Ente auf Autogas - der Tankstutzen

Ungelesener Beitrag von rubber duck » Sonntag 29. April 2018, 17:02

Mit dem Tankstutzen hatte ich einen Interessenskonflikt. Auf der einen Seite nutze ich gerne den hierzulande üblichen ACME Anschluss, der aber einen großen Durchmesser hat und auffällig ist. Auf der anderen Seite bevorzuge ich ein möglichst dezentes Einbaubild.

Ausschlaggebend war, dass ein HK Flachanschluss mit M22 Gewinde inklusive Adapter deutlich günstiger war, als ein kompletter ACME Befülltopf. Minibetankung kommt für mich nicht in Frage, diesen mickrigen Gewinde traue ich keine Festigkeit zu, wenn der Tankschlauch dran hängt. Zudem kann es bei den kleinen Bohrungen im Sommer zu Befüllproblemen kommen (2 Liter Tankvolumen in 10 Minuten oder so).

Also HK Flachanschluss in die Stoßstange, und die 8mm Befüllleitung schön durch Rahmen und AHK geschützt zum Tank führen.

LPG Tankanschluss Bohrschablone.jpg
LPG Tankanschluss eingebaut.jpg
LPG Tankanschluss von unten.jpg
LPG Tankanschluss Befüllleitung.jpg
LPG Tankanschluss mit Adapter.jpg
LPG Tankanschluss fertig eingebaut.jpg
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Re: Ente auf Autogas

Ungelesener Beitrag von NT81Bonn » Sonntag 29. April 2018, 17:26

Schöne und dezente Lösung, gefällt mir.
Wenn du jetzt noch einen breiteren Klebestreifen nimmst, fällt die Dose gar nicht mehr auf.
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