Restauration meiner 2CV6

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Der Entobert
Hat schon mal 'ne Ente gesehen
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Restauration meiner 2CV6

Ungelesener Beitrag von Der Entobert » Sonntag 10. März 2019, 14:52

Hallo Zusammen,
ich möchte mich schon mal bei HaPe bedanken, weil er die GFK-Kotflügel hatte, die ich zu meinem Projekt unbedingt brauche...
Mein allererstes Auto war eine Nagelneue Gelbe 2CV6 Club Bj. 1981. Mit Radio für 7.500,-DM mit Starthilfe meiner Eltern, weil ich da noch in der Lehre war..
Leider habe ich nicht viele Fotos davon.. Fotos waren halt teuer.
Gelbe Ente.jpg
Das Reparieren, Warten und Zerlegen des Federviehs war damals eher ein Hobby, was mir sehr viel Spaß gemacht hat.
Pink-Weiße Ente zerlegt.jpg
Später wurde sie Pink-Weiß lackiert und mit "GFK Nostalgie Kotflügeln hinten ausgestattet.
Pink-Weiße Ente.jpg
Nach 7 Jahren und 160.000 KM ohne nennenswerte Pannen war der Rost so fortgeschritten, das sie nicht mehr durch den TÜV kam und ich leider auch nicht schweißen konnte..
Ich hatte auch den Eindruck, das die Konstruktion nicht dafür gemacht war länger zu halten, was sich auch als richtig herausgestellt hat.
Ich kaufte mir dann einen Fiat Spider, der noch schlimmer rostete und dazu noch eine unmögliche Konstruktion mit vielen Hohlräumen hatte.. Nach einem Jahr kaufte ich mir wieder eine Ente. Diesmal gebraucht und in Weiß.

Ich wollte eine schnellere Ente haben und habe mir von STP einen Tuningsatz bestellt und eingebaut. Es wurden aus 602 ccm mit größerem Zylinder und Kolben sagenhafte 670 ccm und zusammen mit einer scharfen Nockenwelle und eine abgedrehte und erleichterte (von einem Bekannten mit Drehbank abgedrehte und Feingewuchtete) Schwungscheibe, versprach ich mir Wunderdinge..

Allerdings merkte man nicht all zu viel von den Maßnahmen und ich fand das Ergebnis eher enttäuschend.. Die Endgeschwindigkeit lag zwar jetzt bei echten 125Km/h und damit drehte der Motor fast 7.500 U/min.. Die abgedrehte Schwungscheibe ließ den Motor schneller hoch drehen, was aber praktisch nichts bringt, weil die Drehzahl beim Schalten auch wieder schnell heruntergeht, was man als alter Entenfahrer als schlecht empfindet, weil die Schwungmasse für den nächsthöheren Gang einfach fehlt.

Später verstand ich, was zur echten Leistungssteigerung beigetragen hätte: Eine größere Hauptdüse im Vergaser.. aber da war sie schon verkauft.

Diese Ente hatte sogar Sidepipes, es wurde einfach ein kurzes Stück vom Endrohr abgeschnitten und mit der Krümmung unter die linke hintere Tür verlegt. Bringt nichts, sah aber für mich gut aus.

Die Alltagstauglichkeit wurde dadurch nicht beeinträchtigt und nach 2 Jahren und 70.000 Km ohne irgendeinen Defekt verkaufte ich die Ente an einen Polizisten, der natürlich nichts von den Tuning-Maßnahmen wusste..

Heute würde es mich natürlich sehr interessieren, ob er bemerkt hat, das diese Ente frisiert war. Gemeldet hat er sich nie. Mein Sinn für das illegale Tun war damals durchaus schlecht entwickelt, was sich im Laufe der Jahre leicht verbessert hat.. 😉

Nach der weißen Ente kam dann Familie 3 Kinder und der obligatorische Kombi.. Keine Gedanken mehr an die gute alte Entenzeit.

Vor 2 Jahren lernte ich meine neue Partnerin kennen, deren Vater hatte eine KFZ-Werkstatt und Sie fuhr früher selber Oldtimer. Zusammen kauften wir dann einen Ford Taunus 17M aus 1965, einen BMW LS 700 aus 1963, einen Mercedes Benz W115/8 aus 1974 und einen Ford Taunus 20M aus 1967.
Ich selber fahre ein Mercedes W124 Coupé Youngtimer aus 1996, den ich zusammen mit einem guten Freund selber warte und repariere (da ist aber fast nie was zu tun ;) )

Endlich konnte ich wieder schrauben und wir haben einige Oldtimer-Veranstaltungen besucht.

Da sah ich eine Uralte 2CV und dann kam mir der Gedanke mal wieder selber eine Ente zu fahren.
Sorry, das ich soviel Vorgeschichte zu erzählen hatte, ich hoffe es langweilt euch nicht zu sehr...
Jetzt komme ich Endlich zum Wesentlichen.
Ich suchte im Internet nach einer preiswerten Ente, die nicht Kernschrott war und an der alles funktionierte.
50 KM nördlich von Hamburg stand sie dann in einem trockenen Schuppen und hatte wirklich gute Substanz.
bild1.jpg
Die Karosserie hat minimale Durchrostungen und der Motor läuft prima. Natürlich ist sie mal geschweißt worden und der Rahmen ist Blätterteig. Aber sie fährt, lenkt und bremst!
Am letzten Samstag habe ich das Zerlegen angefangen. Sie soll einen neuen verzinkten Rahmen bekommen und dazu muß das Häuschen runter.
Beim Zerlegen stieß ich auf lustige Bastelversuche von einem der Vorbesitzer:
Nieten im Fußraum :Bauchhalt:
IMG_20190309_134424118.jpg
und einen Parkschein aus 2003 im Lüftungsrohr.
IMG_20190309_124224749_HDR.jpg
Hier ein paar Details von Schweißkünsten diverser Vorbesitzer:
IMG_20190309_120656270.jpg
IMG_20190309_143429846.jpg
IMG_20190309_120055275.jpg
DIe Schrauben der hinteren Kotflügel sind so fest, das ich sie herausbohren muss, aber für einen Nachmittag bin ich ganz zufrieden.
Bei schönerem Wetter geht's weiter.
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HaPe
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Re: Restauration meiner 2CV6

Ungelesener Beitrag von HaPe » Sonntag 10. März 2019, 17:36

sehr schön geschrieben, Danke
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Siegfried
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Re: Restauration meiner 2CV6

Ungelesener Beitrag von Siegfried » Montag 11. März 2019, 17:35

Ja schön geschrieben.
Aber ob sich dafür den Weg nach Hinter Hamburg gelohnt hat?!
Pedalboden defekt, Bodenbleche, Türschweller (?), Gurtaufnahmen (Innenkotflügel) - wahrscheinlich auch noch Sitzkiste links und rechts, ggf A/C Säule.
Das hätteste sicher auch in 100km Umkreis gefunden :-D

Rahmen machste eh neu.

Mir persönlich gefällt die in dem orange besser :-)
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bernd
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Re: Restauration meiner 2CV6

Ungelesener Beitrag von bernd » Montag 11. März 2019, 21:51

Schön geschrieben, :beifall:
Bei den Parkzetteln kann ich dich aber toppen :-D . Ich hatte an der gleichen Stelle eine ganze Sammlung, so aus 96. Jetzt weiß ich wo sie so eingefahren ist. ;)
Lebe deinen Traum. Jetzt.
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Der Entobert
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Re: Restauration meiner 2CV6

Ungelesener Beitrag von Der Entobert » Dienstag 12. März 2019, 07:46

Siegfried hat geschrieben:
Montag 11. März 2019, 17:35
Ja schön geschrieben.
Aber ob sich dafür den Weg nach Hinter Hamburg gelohnt hat?!
Pedalboden defekt, Bodenbleche, Türschweller (?), Gurtaufnahmen (Innenkotflügel) - wahrscheinlich auch noch Sitzkiste links und rechts, ggf A/C Säule.
Das hätteste sicher auch in 100km Umkreis gefunden :-D

Rahmen machste eh neu.

Mir persönlich gefällt die in dem orange besser :-)
Die "Orange" auf dem 1.Bild war tatsächlich Gelb.. kommt auf dem Bild nur nicht so rüber. Ich habe in der Nähe von Köln seid 08/2018 nach einer brauchbaren Substanz gesucht, die in meinem Budget lagen und habe echt nichts gefunden.. :|
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Birne

Re: Restauration meiner 2CV6

Ungelesener Beitrag von Birne » Dienstag 12. März 2019, 08:26

Der Entobert hat geschrieben:
Dienstag 12. März 2019, 07:46
Die "Orange" auf dem 1.Bild war tatsächlich Gelb.. kommt auf dem Bild nur nicht so rüber.
Also eher so:
temp.jpg
:-)
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rubber duck
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Re: Restauration meiner 2CV6

Ungelesener Beitrag von rubber duck » Dienstag 12. März 2019, 09:06

Orange find ich schöner :oops: wenn auch nur ein klein wenig...
Das zweite Leben des Ferdinand (Restaurierungsbericht) / Ente auf Autogas (Umbaubericht) / 2CV-Wiki.de (das Marathon-Projekt)
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Der Entobert
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Re: Restauration meiner 2CV6

Ungelesener Beitrag von Der Entobert » Dienstag 12. März 2019, 09:13

Birne hat geschrieben:
Dienstag 12. März 2019, 08:26
Der Entobert hat geschrieben:
Dienstag 12. März 2019, 07:46
Die "Orange" auf dem 1.Bild war tatsächlich Gelb.. kommt auf dem Bild nur nicht so rüber.
Also eher so:
temp.jpg
:-)
Cool! Genau so ein Gelb :kueken:
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tremola
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Re: Restauration meiner 2CV6

Ungelesener Beitrag von tremola » Dienstag 12. März 2019, 10:16

Halloele,

wenn ich mir deine Bilder so anschaue, könnte es fast sein das wir nebeneinander Ente gefahren sind. Meine diversen Kamikazeversuche hatten in den Jahren 82-86 auch GL auf dem Kennzeichen. Schrauben und schweissen konnte ich damals noch schlechter als heute und Geld hatte ich auch keines. Ich glaube meine Eltern sind damals regelmäßig tausende Tode gestorben wenn ich mal wieder von den Kollegen mit den grünen Mützen nach Hause begleitet wurde.

Meine Enten wohnten damals in GL entweder in Schildgen oder später in Paffrath.

Sehr schön geschrieben, vielen Dank für die Erinnerung, ich sollte echt mal meine Diakisten durchsuchen. :-(
Herzliche Grüße

Ralf - mein Hut, mein Stift, mein Blog: http://www.tremola.wordpress.com/
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Re: Restauration meiner 2CV6

Ungelesener Beitrag von Der Entobert » Dienstag 12. März 2019, 11:05

tremola hat geschrieben:
Dienstag 12. März 2019, 10:16
Halloele,

wenn ich mir deine Bilder so anschaue, könnte es fast sein das wir nebeneinander Ente gefahren sind. Meine diversen Kamikazeversuche hatten in den Jahren 82-86 auch GL auf dem Kennzeichen. Schrauben und schweissen konnte ich damals noch schlechter als heute und Geld hatte ich auch keines. Ich glaube meine Eltern sind damals regelmäßig tausende Tode gestorben wenn ich mal wieder von den Kollegen mit den grünen Mützen nach Hause begleitet wurde.

Meine Enten wohnten damals in GL entweder in Schildgen oder später in Paffrath.

Sehr schön geschrieben, vielen Dank für die Erinnerung, ich sollte echt mal meine Diakisten durchsuchen. :-(
Ich wohnte damals noch in Refrath/Frankenforst und die Pink-Weiße Ente war bekannt wie ein Bunter Hund :-D. Bestimmt haben wir uns mal gesehen..
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