Neustart eines Familienmitgliedes: Restauration einer "I fly bleifrei" mit sicherlich vieelen Fragen

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Döschewo
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Re: Neustart eines Familienmitgliedes: Restauration einer "I fly bleifrei" mit sicherlich vieelen Fragen

Ungelesener Beitrag von Döschewo » Montag 16. April 2018, 15:24

OK. Woher weiß ich, welcher Unterbodenschutz da drunter ist?

Mit der Zopfbürste fang ich nicht an, das ist meiner Meinung nach zu grob und vor allem komm ich weder in die Ritzen noch in die Nähte, ganz abgesehen von der elend langen Arbeit, die das macht.

Der Trockeneisstrahler sagte am Telefon, dass er den Unterbodenschutz runterkriegt, von unterschiedlich ablösbaren Arten sagte er nichts.
Er ist auch der, der dann anschließend sandstrahlen würde.

Alternativ wäre chemisch entlacken/entrosten/rostschützen, ist ja in einem Rutsch zu erledigen.

Was ist davon zu halten?

Grüsse

Christian

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sleeper
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Re: Neustart eines Familienmitgliedes: Restauration einer "I fly bleifrei" mit sicherlich vieelen Fragen

Ungelesener Beitrag von sleeper » Montag 16. April 2018, 18:09

UBS entfernen ist eine scheiss Arbeit.
Heißluftpistole und Spachtel/Schaber.
Ich habe mir die Arbeit noch nicht überall angetan, er wird jedes Jahr mit Fluid Film aufgefrischt und dort wo er leicht abgeht, abgezogen.
Mit strahlen kann ich mir nicht ganz vorstellen, ohne gleich das Blech durchzusieben. UBS ist weich und gummiartig.
Habe mal einem Freund geholfen, einen frisch lackierten Tank (5tausend Liter) wieder abzustrahlen weil der Depp einen falschen Härter genommen.
Das Strahlmaterial blieb am nicht ausgehärteten Lack kleben anstatt ihn runterzublasen.
So ungefähr stell ich mir UBS strahlen vor.

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Siegfried
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Re: Neustart eines Familienmitgliedes: Restauration einer "I fly bleifrei" mit sicherlich vieelen Fragen

Ungelesener Beitrag von Siegfried » Montag 16. April 2018, 20:00

@Christian: mach doch mal Bilder von der Innenseite der Karosse.
Pedalboden, Bodenbleche, Schweller, Innenkotflügel, Reserveradmulde.
Wenn da schon viel zu machen ist, kannste dir das strahlen sparen, weil die Bleche dann eh raus kommen (oder?).
Wenn der Rest die Schraubendreher Probe aushält, würd ich nix machen - nur nachher konservieren :-)

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Döschewo
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Re: Neustart eines Familienmitgliedes: Restauration einer "I fly bleifrei" mit sicherlich vieelen Fragen

Ungelesener Beitrag von Döschewo » Dienstag 17. April 2018, 09:51

Also mit Trockeneis geht da schon einiges. Das hab ich vor einiger Zeit mal bei nem VW T2 eines Bekannten gesehen. Es macht auch keinen Unterschied, ob die Bleche drin oder draußen sind, der Preis ist derselbe, weil die offensichtlich kaputten Bleche nicht gestrahlt werden, sondern nur die, bei denen es fraglich ist, ob sie raus müssen.

Das Problem, das ich sehe ist, dass die Bereiche, in denen die Bleche aufeinanderliegen, so nicht vom Rost befreit werden können.
Darum mache ich mir ehrlich gesagt die meisten Gedanken, Rost in der Fläche ist ja einfach zu bearbeiten.

Beim chemischen Entlacken wäre das alles blitzeblank, gerade hat ein Kumpel seinen Oldtimer tunken lassen, der ist klinisch rein :suche:
Leider sind dann aber auch die noch intakten Lackbereiche weg.

Ich müsste ja nur den Boden chemisch entlacken/entrosten, aber das geht nicht, sagt der Entlacker.

Klar ist, beide wollen einen Kunden gewinnen, daher ist die Objektivität der Wirksamkeitsbeschreibungen der jeweiligen Methode ja so ne Sache...

Gibt es außerhalb der chemischen Keule ne Möglichkeit, den Rost zwischen den Blechen zu behandeln?


Grüsse

Christian

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Re: Neustart eines Familienmitgliedes: Restauration einer "I fly bleifrei" mit sicherlich vieelen Fragen

Ungelesener Beitrag von 2cv-hotrod » Dienstag 17. April 2018, 11:36

Wenn du Teilflächen entlacken willst, versuchs mal hiermit:

https://www.ebay.de/itm/Weltneuheit-Wol ... 3187335656

:Telefon: -Nummer kann man ja auf dem Bild erkennen, einfach mal nachfragen.

Hab damit auch schon positive Erfahrungen gemacht. Manchmal tut er sich halt schwer, je nach Lacksorte, aber gehen tut es immer. Was UBS angeht, keine Ahnung. Hab nur einzelne Blechles und SIKU- Autos entlackt :lol: .

!!! Ist und bleibt aber chemisches Zeugs, und ist damit schon von vorn herein verdächtig. Also immer nur mit Schutzausrüstung verwenden und VORHER nachdenken !!!

Sollte klar sein, aber man kanns nicht oft genug sagen :mundhalt:

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Re: Neustart eines Familienmitgliedes: Restauration einer "I fly bleifrei" mit sicherlich vieelen Fragen

Ungelesener Beitrag von NT81Bonn » Mittwoch 18. April 2018, 08:28

Es stellen sich ja zunächst einige Fragen,die die Methode schon sehr stark eingrenzen.

1. Die Qualität. Zwischen den Blechen, aus den Falzen bekomme ich den Rost nur chemisch entfernt. Damit würden alle mechanischen Methoden rausfallen.

2. Die Kosten. Strahlen kostet um 120,00 € je Stunde. TrockeneisentUBSisieren sollte (wenn der UBS denn runtergeht) in 4 Stunden gemacht sein Dann noch sandstrahlen, nochmal 3 bis 4 Stunden zu 120,00 €, danach Grundierung mit 2K-EP.
Die Zopfbürste ist sehr effektiv, das geht recht schnell. Ich sage das aus eigener Erfahrung. Voraussetzung ist natürlich eine anständige Flex und eine wirkliche ZOPFbürste, nicht die Billigheimer mit dünnen, weichen Drähtchen.
In die Ecken kommt man damit nicht, das ist klar. Da sind dann kleine Schaber, Stechbeitel, etc. angesagt. Macht die anschließenden Strahlarbeiten aber wesentlich billiger.

Entlacken und Entrosten auf chemischem Weg ist im Prinzip eine geile Sache. Hat ein Kumpel beim 11CV gemacht, das Auto stand danach etwa 18 Monate, es hat sich durch die Phosphatierung kein neuer Rost gebildet. Allerdings muss danach zwingend ein KTL-Tauchbad gemacht werden, da in den Falzen zurückbleibende Säuren auftrocknen und als Salze zurückbleiben. Sobald hier erneut Feuchtigkeit drankommt, entsteht wieder Phosphorsäure, die leider nicht nur Rost zerfrisst. Das KTL-Bad schließt die Salze ein.

Heißluft und Spachtel gibt ne Schweinerei, sauber wirds trotzdem nicht.

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Re: Neustart eines Familienmitgliedes: Restauration einer "I fly bleifrei" mit sicherlich vieelen Fragen

Ungelesener Beitrag von NT81Bonn » Mittwoch 18. April 2018, 09:50

Noch was zum Thema Strahlen: Es gibt ausreichend verschiedene Strahlmittel. Man sollte, bevor man einen Strahlauftrag erteilt - speziell bei solch empfindlichen Teilen wie einer Karosserie - etwas länger mit dem Strahlemann sprechen, um herauszufinden, ob und wieviele Erfahrungen er mit Karosserien hat. Nichts ist schlimmer als einer, der mit Stahlkugeln oder grobem Korund und hohem Druck aufs Blech schießt. Die Folge ist ungewolltes Wellblech. Das wieder zu richten wird sehr teuer.
Ich strahle Kleinteile in der Kabine und kleine Ecken an der Hütte (B-Säulen-Füße, C-Säule von innen,....) mit feinem Korund, ca 0,54 mm Kornstärke.

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Re: Neustart eines Familienmitgliedes: Restauration einer "I fly bleifrei" mit sicherlich vieelen Fragen

Ungelesener Beitrag von 2cv-hotrod » Mittwoch 18. April 2018, 10:00

Ganz günstig ist das mit dem Tauchbad auch nicht, siehe Schätzung von einem örtlichen Betrieb:

1600€ netto Entlacken und Entrosten
1600€ netto KTL Tauchgrundieren

...und das alles noch ohne neue Bleche und ohne Karosseriearbeit!
Da kaufst dir lieber ne neue Hütte :sauer:

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Re: Neustart eines Familienmitgliedes: Restauration einer "I fly bleifrei" mit sicherlich vieelen Fragen

Ungelesener Beitrag von NT81Bonn » Mittwoch 18. April 2018, 10:13

2cv-hotrod hat geschrieben:
Mittwoch 18. April 2018, 10:00
Ganz günstig ist das mit dem Tauchbad auch nicht, siehe Schätzung von einem örtlichen Betrieb:

1600€ netto Entlacken und Entrosten
1600€ netto KTL Tauchgrundieren

...und das alles noch ohne neue Bleche und ohne Karosseriearbeit!
Da kaufst dir lieber ne neue Hütte :sauer:
Das stimmt. Es ist aber auch recht aufwändig. Große Bäder, Chemikalien, Sch...-Arbeit.
Also schon gerechtfertigt. Die Frage ist immer, was ist das Ergebnis, also das restaurierte Auto nachher wert? Wenn ich die gleiche Arbeit in eine Ente oder in einen VW-Samba stecke, habe ich eine extremen Unterschied im Ergebnis. Andererseits ist das Verbauen neuer Teile keine Restauration, sondern ein Nachbau. Ein neues Häuschen ist rostfrei, aber nicht restauriert. Restauration bedeutet, den Originalzustand unter weitestgehender Beibehaltung von Originalsubstanz wieder herzustellen.
Ein restauriertes Auto wird niemals rostfrei sein, das sage ich meinen Kunden auch immer. Die Falze, die ich nicht öffne, kann ich nun einmal nicht entrosten
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Re: Neustart eines Familienmitgliedes: Restauration einer "I fly bleifrei" mit sicherlich vieelen Fragen

Ungelesener Beitrag von Birne » Mittwoch 18. April 2018, 10:23

NT81Bonn hat geschrieben:
Mittwoch 18. April 2018, 10:13
Andererseits ist das Verbauen neuer Teile keine Restauration, sondern ein Nachbau.
Dann darf man aber auch keinen neuen Rahmen verbauen. ;)

Nicht jeder will eine originale Ente. Ich will zum Beispiel in erster Linie Spaß daran haben und da ist es mir egal, ob z.B. Hütte oder Rahmen repariert oder neu sind. Eine Hütte, die fast nur noch aus neu eingeschweißten Blechen besteht, ist ja auch nicht mehr so richtig original. Wo ist da die Grenze?

Ich würde es wirtschaftlich rechnen: Wenn der Aufwand eine Hütte zu restaurieren größer ist als eine neue, dann würde ich eine neue Hütte nehmen.

Nur wenn man unbedingt an der originalen Substanz hängt, spielen wirtschaftliche Argumente keine Rolle.
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