Motor verbrennt Öl

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Gutflug
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Motor verbrennt Öl

Ungelesener Beitrag von Gutflug » Montag 11. Februar 2019, 09:18

...eigentlich gibt es dieses Thema schon, allerdings hat sich da ein Sicherungsring vom Kolbenbolzen verabschiedet und das ist bei mir hoffentlich nicht der Fall. Kurz zum Symptom und zum Motor:

Motor verbraucht 1l Öl auf 1000km. Wenn der Motor einen halben Tag oder länger steht, haut er beim Start eine blaue Wolke raus, beim Berg-runter-fahren im Schubbetrieb allerdings nicht, auch beim Fahren im Rückspiegel nichts zu sehen. Auch wenn der Motor nur ein paar Minuten aus ist und wieder gestartet wird, keine Wolke. Zum Motor: Er ist vor einem Jahr komplett überholt worden (Ventile neu eingeschliffen, Ventilschaftdichtungen erneuert und Ventilspiel in den Führungen geprüft) und hat neue Bigbore-kolben bekommen. Kompression aktuell gemessen: beide Zylinder haben 10:1 Verdichtung. Da der Motor das von Anfang an gemacht hat (Öl verbrannt) und das jetzt schon ein Jahr lang, gehe ich davon aus, dass der Kolbenbolzen nicht mein Problem ist. Wenn ich die alten Beiträge richtig verstanden habe, gibt es folgende Möglichkeiten:

- Ölabstreifringe am Kolben
- Ventilschaftdichtungen

Gibt es eine Möglichkeit zu prüfen, welcher Defekt vorliegt?

Ich tendiere zu Ventilschaftdichtung, da ich hier die weissen Plastikdichtungen verwendet habe (es gibt ja auch die aus Gummi) und ich damals die Ventile nur mit viel Kraft durchbekommen habe. Evtl. habe ich mit dem oberen Ventilrand die Dichtung zerstört???

...danke schon mal für Eure Unterstützung...
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rubber duck
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Re: Motor verbrennt Öl

Ungelesener Beitrag von rubber duck » Montag 11. Februar 2019, 10:06

Kann gut sein dass es die Ventilschaftdichtungen sind. Hast du die Nuten der Keile gut eingeschmiert mit hochviskosem Zeugs? Ich nehm da gerne Fassdichte.

Reines Gedankenspiel zur Kontrolle der Ventilschaftdichtungen:
Vergaser und Wärmetauscher abmontieren und die Spinne verschließen, aber mit einem Druckluftanschluss oder Reifenventil drin. Dann den Motor so weit durchkurbeln, dass beide Auslass- oder beide Einlassventile geschlossen sind. Etwas Druck (z.B. aus dem Reserverad - voller Kompressordruck könnte zu viel sein) auf die entsprechende (Auslass- oder Einlass-)Seite geben und mit Lecksuchspray (geht wohl auch Seifenblasenwasser) die Ventilschaftdichtungen benetzen. Ist es irgendwo undicht, sollten Luftbläschen die Stelle verraten.

Und sind die Ventilchaftdichtungen undicht, kannst du ja mal den Wechsel ohne Zylinderkopfausbau versuchen :-)
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Re: Motor verbrennt Öl

Ungelesener Beitrag von sleeper » Montag 11. Februar 2019, 10:25

Die Schaftdichtungen sind laut Motorinstandsetzer 08/15 Standardware und nachdem der Lehrling 3 beim Einbauversuch geschrottet,hats der Meister mit 2 Handgriffen oben gehabt.
Wenn du bei der Ampel stehst und der Motor einige Zeit im Leerlauf und du dann beim wegfahren eine blaue Tarnwolke nachziehst, sind es zu 99,99% die Schaftdichtungen.

Edit:
Bei längerem Stillstand läuft das Öl über die Schaftdichtungen in den Brennraum und es gibt beim Start ne blaue Wolke, müsste auch extrem fett laufen.
Allerdings wenn du die Köpfe runter, kannst dir gleich die Ringe am Kolben anschauen. Ist 5Min Mehrarbeit, Kolbenspannband vorausgesetzt.
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Re: Motor verbrennt Öl

Ungelesener Beitrag von iglaubi » Montag 11. Februar 2019, 13:18

Ich hatte schonmal den Fall, dass sich eine Schaftdichtung von der Ventilführung gelöst hat bzw. am Ventil hängen blieb. Das hat man allerdings schon nach abnehmen des Ventildeckels durch die Ventilfedern sehen können. :suche:
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Siegfried
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Re: Motor verbrennt Öl

Ungelesener Beitrag von Siegfried » Montag 11. Februar 2019, 15:49

Tippe auch auf Ventilschaftdichtungen.
Baue auch nicht mehr die weißen Hartplatikteile ein.
Hab mit jetzt welche von der Firma "Elring" gekauft. Mal sehen wie die sind.
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Re: Motor verbrennt Öl

Ungelesener Beitrag von Gutflug » Montag 11. Februar 2019, 22:04

rubber duck hat geschrieben:
Montag 11. Februar 2019, 10:06
Kann gut sein dass es die Ventilschaftdichtungen sind. Hast du die Nuten der Keile gut eingeschmiert mit hochviskosem Zeugs? Ich nehm da gerne Fassdichte.

Reines Gedankenspiel zur Kontrolle der Ventilschaftdichtungen:
Vergaser und Wärmetauscher abmontieren und die Spinne verschließen, aber mit einem Druckluftanschluss oder Reifenventil drin. Dann den Motor so weit durchkurbeln, dass beide Auslass- oder beide Einlassventile geschlossen sind. Etwas Druck (z.B. aus dem Reserverad - voller Kompressordruck könnte zu viel sein) auf die entsprechende (Auslass- oder Einlass-)Seite geben und mit Lecksuchspray (geht wohl auch Seifenblasenwasser) die Ventilschaftdichtungen benetzen. Ist es irgendwo undicht, sollten Luftbläschen die Stelle verraten.

Und sind die Ventilchaftdichtungen undicht, kannst du ja mal den Wechsel ohne Zylinderkopfausbau versuchen :-)
...die Nutenkeile habe ich einfach vor dem Einbau mit Motoröl ertränkt, aber die machen eigentlich nichts außer das Ventil zu halten... die Idee mit der Pressluft finde ich interessant, aber ganz schön aufwendig, mal schauen, ob ich in nächster Zeit so viel Muse habe, dass ich das ausprobiere...

...Ventilschaftdichtungen wechseln ohne Zylinderkopfausbau? Wie soll das gehen?
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Re: Motor verbrennt Öl

Ungelesener Beitrag von Gutflug » Montag 11. Februar 2019, 22:09

sleeper hat geschrieben:
Montag 11. Februar 2019, 10:25
Die Schaftdichtungen sind laut Motorinstandsetzer 08/15 Standardware und nachdem der Lehrling 3 beim Einbauversuch geschrottet,hats der Meister mit 2 Handgriffen oben gehabt.
Wenn du bei der Ampel stehst und der Motor einige Zeit im Leerlauf und du dann beim wegfahren eine blaue Tarnwolke nachziehst, sind es zu 99,99% die Schaftdichtungen.

Edit:
Bei längerem Stillstand läuft das Öl über die Schaftdichtungen in den Brennraum und es gibt beim Start ne blaue Wolke, müsste auch extrem fett laufen.
Allerdings wenn du die Köpfe runter, kannst dir gleich die Ringe am Kolben anschauen. Ist 5Min Mehrarbeit, Kolbenspannband vorausgesetzt.
...da stimmt schon, die Kolben vollends rauszuziehen ist kein großer Mehraufwand, aber wie sehen kaputte Ölabstreifringe aus? Sieht man denen an, wenn sie undicht sind?

...und vielen Dank für die vielen Anregungen von Euch allen!!!
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Re: Motor verbrennt Öl

Ungelesener Beitrag von rubber duck » Dienstag 12. Februar 2019, 00:14

Nein, ich meinte nicht Fassdichte zum Nutenkeile in die Nuten zu kleben. Dafür reicht Öl aus.
Ich meinte, die Nuten im Ventilschaft zu füllen, bevor die Ventilschaftdichtung drüber geschoben wird.

Nach den Kolbenringen schauen ist nur dann kein besonderer Mehraufwand, wenn die Zylinderköpfe eh schon gezogen sind. Aber ich hätte im Sinn, mir schon die ganze Arbeit mit Kühlluftverkleidung, Spinne und Zylinderköpfe abschrauben zu sparen.
Es gibt solche Spezialwerkzeuge, mit denen man durch die Zündkerzenbohrung einen Haltebügel in den Brennraum einfädelt, der die Ventile zu hält. So dass man Ventilfedern und Schaftdichtungen ausbauen kann.
Ich würde das gleiche versuchen, nur nicht die Ventile durch einen Bügel mechanisch zu zu halten, sondern mit Luftdruck. Dazu würde ich den Motor auf OT drehen und blockieren, dann die Zündkerze raus und einen Adapter rein, über den ich Luftdruck vom Kompressor auf den Zylinder geben kann.

Kaputte Ölabstreifringe erkennst du daran, dass sie gebrochen sind, oder Ausbrüche an der Dichtkante haben, oder durch Verschleiß ein zu großes Stoßmaß haben. Für letzteres den ausgebauten Ölabstreifring in den Zylinder stecken und mit einer Fühlblattlehre den Abstand zwischen den Kolbenring-Enden messen. Bei meinen alten Ringen war es 0,65 mm, bei den neuen 0,25 mm.
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Re: Motor verbrennt Öl

Ungelesener Beitrag von Siegfried » Dienstag 12. Februar 2019, 07:47

So ne umgebaute Luft-Zündkerze hat ein Bekannter auch gebaut.
Wollt ich mal testen.

Das Werkzeug für die Ventile halten wäre auch interessant. Zeichnung kennt man ja.
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Re: Motor verbrennt Öl

Ungelesener Beitrag von sleeper » Dienstag 12. Februar 2019, 12:24

Wenn die Köpfe oben bleiben können (hab an sowas gar ned gedacht....), nimmst den Schlauch von nem Kompressionstester (hat schon das passende Kerzengewinde) und bastelst dir einen Adapter.
Motor musst du allerdings mit Gang blockieren, sonst bleibt der Kolben nicht auf OT.
Das vereinfacht den Dichtungstausch natürlich ungemein, würde nur https://www.burton2cvparts.com/ventilsc ... -6518.html einbauen.
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