Das zweite Leben des Ferdinand

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rubber duck
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Re: Das zweite Leben des Ferdinand

Ungelesener Beitrag von rubber duck » Mittwoch 7. März 2018, 18:20

Siegfried, Danke fürs Angebot - aber zum das vordere Lager tauschen muss ich doch das Zahnrad zum NoWe-Antrieb abpressen? Und nachher wieder gerichtet aufpressen?

Schade dass im WHB explizit drin steht, dass keinerlei Dichtmasse zwischen Gehäuse und Lager darf. Ich hab schon mit dem Gedanken gespielt, die Lagerschale ins Gehäuse einzukleben...
Möglich, dass die das auch schon so gemacht haben im Werk, denn ich habe ordentlich Dichtmasse in der Lagergasse.

Sleeper, die eingebaute Vorderbank ist schon so gut gereinigt wie es ging. Über kurz oder lang kommt aber ein neuer Bezug, weil er am Fahrersitz nun beginnt einzureißen :|
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Siegfried
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Re: Das zweite Leben des Ferdinand

Ungelesener Beitrag von Siegfried » Mittwoch 7. März 2018, 19:04

Sorry, hab das vorne überlesen.
Hatte das Bild von dem hinteren KW Lager gesehen und dachte es wäre dort :eek:
Ne, abziehen und wieder draufpressen ist doof.
Dann würd ichs so lassen oder ne andere NW nehmen :-).
Zuletzt geändert von Siegfried am Mittwoch 7. März 2018, 19:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Siegfried
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Re: Das zweite Leben des Ferdinand

Ungelesener Beitrag von Siegfried » Mittwoch 7. März 2018, 19:15

jetzt sind wir beide durcheinander.
Das ist doch das KW Lager vorne !!

Sieh mal was ich an meiner durchgebrochen gefunden hab :-)
Laufleistung kenn ich von der nicht.
Vielleicht doch lieber ne andere nehmen ?!
Das sieht hier auch sehr viel schlimmer aus, wie an deiner.
Und hier auch außermittig, ist auch Axialspiel drin.
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rubber duck
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Re: Das zweite Leben des Ferdinand

Ungelesener Beitrag von rubber duck » Mittwoch 7. März 2018, 19:35

Ja, das sieht sehr ähnlich aus. Aber gröber, und erkennbar nach und nach reingearbeitet. An den Graten und an dem nicht sauber geraden Verlauf der "Nut" kann man das erkennen. Möglich, dass das eine Folge vom KW-Bruch war.

Bei mir dagegen sieht es so sehr sauber aus - wie du sagst, als wäre es gefräst. Schön gerader Verlauf, keine Grate, keine Stufen, ...

Muss ich mal meine KW prüfen, nicht dass die auch angebrochen ist.

Es ist so gemein. In Sachsen habe ich 8 oder 10 Motoren liegen, aber auch alle schon reichlich überlagert. Und so schnell komm ich da auch nicht hin.
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Siegfried
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Re: Das zweite Leben des Ferdinand

Ungelesener Beitrag von Siegfried » Mittwoch 7. März 2018, 19:46

Da bin ich froh, das ich mein Lager direkt vor der Haustür hab :-).
Ok, ist noch nicht alles hier, aber schon ein guter Grundbestand.
:-D

Ja hab ich mir auch gedacht das sich das an meiner eingearbeitet hat.
Bei dir hätt ich echt gedacht, das es gefräst ist.
Der Bruch ist übrigens an der Kurbelwange zum Kurbelzapfen.
Glaub nicht das sich dadurch die Bohrung eingearbeitet hat.
Da stand der Motor sicher ziemlich schnell still :-D
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Re: Das zweite Leben des Ferdinand

Ungelesener Beitrag von rubber duck » Mittwoch 7. März 2018, 20:23

Um mal die Motorthemen mehr zu bündeln und nicht den Restaurationsbericht damit zu überfrachten, machen wir mal drüben weiter.
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Re: Das zweite Leben des Ferdinand

Ungelesener Beitrag von fourgonette » Donnerstag 8. März 2018, 02:02

rubber duck hat geschrieben:
Mittwoch 7. März 2018, 19:35
Ja, das sieht sehr ähnlich aus. Aber gröber, und erkennbar nach und nach reingearbeitet. An den Graten und an dem nicht sauber geraden Verlauf der "Nut" kann man das erkennen. Möglich, dass das eine Folge vom KW-Bruch war.

Bei mir dagegen sieht es so sehr sauber aus - wie du sagst, als wäre es gefräst. Schön gerader Verlauf, keine Grate, keine Stufen, ...

Muss ich mal meine KW prüfen, nicht dass die auch angebrochen ist.

Es ist so gemein. In Sachsen habe ich 8 oder 10 Motoren liegen, aber auch alle schon reichlich überlagert. Und so schnell komm ich da auch nicht hin.
Wenn die überlagert sind, kannste die ja nur noch wegwerfen. Ich würd die alles in einem Aufwasch für dich entsorgen.

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Re: Das zweite Leben des Ferdinand

Ungelesener Beitrag von rubber duck » Sonntag 1. April 2018, 18:55

Manchmal werkelt man tagelang, und man sieht (fast) nichts davon. Dann klingt es fast wie Hohn, wenn die Töchter meinen ich wäre ja schon sehr weit - ob sie dann mitfahren können, und ob wir dann hinterher noch ein Spiel machen können bevor sie ins Bett müssen...
:rofl:

Die Zylinderköpfe hab ich dann verschiedenen Motoreninstandsetzern gezeigt und das sinnvolle Vorgehen durchgesprochen. Bei einem hätte ich die Sitze nachfräsen lassen, aber leider kommt er mit seiner Maschine nicht an den Stößelhüllrohren vorbei, und er hat auch keinen 8,5 mm Führungsdorn. Aber er hat die doch recht große Sitzbreite trotzdem als unbedenklich eingestuft - er als alter erfahrener Motoreninstandsetzer mit Schwerpunkt auf alten BMW und Harleys, das war für mich dann das letzte Mosaiksteinchen für die Entscheidung, den Motor wie er ist wieder zusammen zu bauen. Die Summen für gesparte Ersatzteile und Bearbeitungen kommen nun auf ein Extrakonto, von dem nötigenfalls ein Tauschmotor bezahlt wird.

Also: Kolben mit neuen Kolbenringen versehen (das Stoßmaß der alten Ringe war 0,65 mm, das der neuen 0,25 mm), und die Zylinder wieder eingebaut.

Kolben mit neuen Kolbenringen 1.jpg
Zylinder eingebaut.jpg

Dann die Ventile gut eingeläppt wieder im Zylinderkopf montiert. Neue Ventilschaftdichtungen habe ich mit einer Langnuss und 10,5mm Karosseriescheibe auf die Ventilschäfte und Führungen aufgeschoben, mit reichlich Fett und Fassdichte. Die Dichtprüfung zeigte auch nach ettlichen Minuten keinen einzigen Tropfen.

Ventile einbauen.jpg
Ventile Dichtprüfung.jpg

Ein Stehbolzen war unrettbar im Zylinderkopf festgegammelt. Auch Mutter aufschweißen hat nichts gebracht. Anstatt dass beim Aufschweißen die Hitze die Stahl-Alu-Verbindung gelockert hätte, ist der Bolzen beim Löseversuch im Zylinderkopf abgeschert. Also: Ausbohren und Gewinde nachschneiden.

Zylinderkopf Stehbolzen ausbohren 1.jpg
Zylinderkopf Stehbolzen ausbohren 2.jpg

Danach die Zylinderköpfe mit neuen Brillendichtungen versehen montieren.

Brillendichtung eingesetzt.jpg
Zylinderkopf Montage 2.jpg

Beim ersten Einsetzen der Kurbelwellendichtringe war mir das Malheur passiert, dass ich den alten WDR als Druckstück verwendet habe. Damit hat man aber keinen Anschlag, wenn der Dichtring in der richtigen Position ist - ich habe meinen prompt zu tief reingedrückt... :(
Also raus damit und einen neuen neu einsetzen. Damit der nicht wieder zu tief eingedrückt wird, habe ich mir mit Lochsägen passende Druckringe zugesägt, die dann am Kurbelgehäuse anliegen.

Kurbelwellendichtring hinten und Druckringe.jpg
Kurbelwellendichtring hinten einsetzen.jpg

Die Ansaugspinne bekam die Anschlüsse für den Franzosenkat.

Spinne Kat-Anschlüsse geschweißt.jpg

Auch die Druckölleitung zu den Zylinderköpfen musste ich tauschen, die alte war schon zu knusprig... Aber auch hier ist die Nachfertigungsqualität nicht besonders. Ich habe zuerst die Leitungen so nachgebogen, dass die Anschlüsse spannungsfrei an den Hohlschrauben anliegen. Beim Montieren der Kühlluftverkleidung an den Zylindern wurde dann deutlich, dass das nicht ausreicht, und dass die neuen Leitungen möglichst exakt 1:1 den alten nachgebogen werden müssen. Also mehrfach aus- und einbauen, denn im eingebauten Zustand biegt man da nichts nach.

Ölleitung Zylinderkopf.jpg

Damit war der Motor mal so weit zusammen, dass ich meinte ich kann den schon mal reinsetzen. Erst später merkte ich, dass sich bei eingesetztem Motor der Kühlgebläsekasten höchstens bescheiden montieren lässt...
Dann Heizbirnen und den kompletten Auspuff montiert, und erst anschließend versucht die Kühlluftbleche für die Scheibenbremsen zu montieren. Dafür war aber nicht mehr genug Platz zwischen Bremsscheibe und Querschalldämpfer, erst nach einigem Nachdengeln und Anpassungsarbeiten ging es dann.
Auch am Öl-Wasser-Wärmetauscher, den ich schon mal für den LPG-Umbau eingesetzt habe, geht es sehr eng zu.

Motor eingesetzt.jpg
Bremse Kühlluftführung.jpg
Öl-Wasser-Wärmetauscher.jpg
Kühlgebläsekasten.jpg

Was ich faszinierend fand: Zuerst die Zylinderköpfe mit 10 Nm voranziehen, dann die Spinne festschrauben, danach die Zylinderkopfschrauben aufs Endanzugmoment bringen. Danach habe ich das Ventilspiel kontrolliert, das ich im Herbst schon mal eingestellt hatte. Und trotz Motor zerpflücken, Ventile einläppen und alles wieder zusammen setzen, hat das Ventilspiel gepasst!

Die 123-Ignition ist auch schon eingebaut und eingestellt. Jetzt fehlt nur noch die Spritversorgung und das komplettierte Kühlgebläse, dann geht es an den Testlauf.


Auch am anderen Fahrzeugende ging was weiter. Die Trommelbremsen wurden überarbeitet, und beim Unterbodenschutzwachs streichen konnten, wollten und durften die Kinder auch mal mithelfen.

Trommelbremse hinten zentrieren.jpg
UBS Radkasten hinten.jpg

Es hat noch genug zu tun.
... und nur noch 48 Tage...
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Re: Das zweite Leben des Ferdinand

Ungelesener Beitrag von Dolly-Manne » Montag 2. April 2018, 08:23

:kueken:
Manne mit dem Scheifele.
Ich kann vieles aber nicht alles
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sleeper
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Re: Das zweite Leben des Ferdinand

Ungelesener Beitrag von sleeper » Montag 2. April 2018, 10:52

Das mit der Ölleitung habe ich auf schlechte Behandlung durch den Paketdienst geschoben. Aber offensichtlich ist sie von Haus aus trotz "super Nachbau aus kupfer bla bla" nicht exakt gebogen.

Hat mich Nerven gekostet als ich die Verkleidung mit allen wieder vorhandenen Befestigungspunkten montieren musste....
Wie du schreibst...eingebaut ist da nicht viel zu biegen.

Ist bei euch der KAT so lebenswichtig? Verstehe nicht warum man sich das antut, hier in Österreich ist es wurscht, man zahlt halt(theoretisch bei der Ente) 20% Strafsteuer auf die motorbezogene Versicherungssteuer und hat eine grüne Begutachtungsplakette.
Die ersten 24Kw sind Steuerfrei....leider gibt es einen Mindeststeuersatz von 6,20/Monat :roll:

Sind die angebotenen geregelten KAT "3 Wege Kat"? Dann würde man sich die Strafsteuer ersparen, was aber nix am Mindeststeuersatz ändert....
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