Das zweite Leben des Ferdinand

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rubber duck
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Re: Das zweite Leben des Ferdinand

Ungelesener Beitrag von rubber duck » Samstag 23. September 2017, 22:09

So, der Kabelbaum ist überarbeitet, zur Doku aufgezeichnet und eingebaut. Abblendlicht, Fernlicht und Zündung sind jetzt auch abgesichert, zudem die Leitungen für Öltemperaturanzeige, Rückfahrscheinwerfer und heizbare Heckscheibe ordentlich in den Kabelbaum integriert.
Bleibt zu hoffen, dass alles tut wie es soll. Und auch das Scheinwerferproblem, das mich seinerzeit geplagt hat (ein Abblendlicht ließ sich nicht mehr zur ordentlichen Funktion bringen, das blieb einfach dunkel), jetzt behoben ist.
Ferdinand Stromlaufplan modifiziert.png
Kabelbaum hinten Endzustand.jpg
Kabelbaum vorn Endzustand.jpg
Eine Rolle Gewebeklebeband breit vom Franzosen reicht aus, um den ganzen Kabelbaum zu wickeln. Selbst wenn man wie ich die Kabel zu Gruppen zusammenfasst. Die Arbeit war vielleicht nicht zwingend nötig, hat aber den Einbau vereinfacht.
Kabelbaum vorn Einziehen 1.jpg
Sicherungskasten modifiziert.jpg
Der obere Kasten und die erste (grüne) Sicherung im unteren Kasten sind die bisherige Belegung. Neu sind im unteren Kasten Rot (Abblendlicht), Gelb (Fernlicht) und Blau (Zündung). Zudem noch die benötigte Sicherungsstärke, sowie die Seite der Spannungsversorgung (+) und die abgesicherte Seite (A) gekennzeichnet.

Als Nächstes soll das Chassis aufgearbeitet werden, damit hinterher die Hütte drauf installiert und dann weiter komplettiert werden kann. Es geht weiter...

Noch (nach Berechnungskorrektur) 240 Tage...
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Birne
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Re: Das zweite Leben des Ferdinand

Ungelesener Beitrag von Birne » Samstag 23. September 2017, 23:02

:kueken:

Das sieht sehr gut aus! Wie hoch waren die Materialkosten?
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Re: Das zweite Leben des Ferdinand

Ungelesener Beitrag von rubber duck » Samstag 23. September 2017, 23:35

Birne hat geschrieben:Das sieht sehr gut aus! Wie hoch waren die Materialkosten?
Danke! :-)
Materialkosten - au weia. Nicht viel, jedenfalls nicht für den Kabelbaum. Habe manches aus dem Schlachtfundus anderer Enten verwendet (Kabel, Sicherungskästen), und etwas Neukabel was ich anno dunnemals beim Kässbohrer über Abfallschein bekommen habe. Wirklich gekauft habe ich nur das Gewebeklebeband und die Crimp-Kontakte für zusätzliche Sicherungen. Also im unteren zweistelligen Euro-Bereich.
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Re: Das zweite Leben des Ferdinand

Ungelesener Beitrag von Birne » Sonntag 24. September 2017, 08:46

Du hast alte Kabel und Kontakte verwendet? Bei der ganzen Arbeit hätte ich nur Neuware genommen. Jahrzehntealte Kupferkabel und Kontakte sind korrodiert und haben einen höheren Widerstand. Da gibt es dann irgendwann Probleme mit der Spannung.
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Minimum
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Re: Das zweite Leben des Ferdinand

Ungelesener Beitrag von Minimum » Sonntag 24. September 2017, 10:26

Ein Schaltbild/Verdrahtungsplan mit Aderlängen erstellen ist erstmal super viel Arbeit gewesen. :Dhoch: :Dhoch: :Dhoch:
Schade nur das auch alter Kram verwendet wurde, wie Birne schon schrieb...
So viel Arbeit für den Kupferwurm...oder so.

Bitte mach weiter, mit evtl. neuen Adern... dann wird es sicher die Fehlerquellen fast auf null bringen. :Dhoch:
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Re: Das zweite Leben des Ferdinand

Ungelesener Beitrag von rubber duck » Sonntag 24. September 2017, 14:49

Ihr macht mir Angst... Die Ente war 7 Jahre auf der Straße. Ist dem Citroen-Kabelbaum so eine bescheidene Qualität zuzuschreiben, dass der gesamte Kabelbaum jetzt schon komplett erneuert werden müsste? Ich bin davon ausgegangen, dass Verbindungspunkte kontrollieren und ggf. erneuern, sowie ordentlich Kontaktpflege beim Wiedereinbau ausreichen.

Wenn ich den Kabelbaum neu mache, dann nicht mehr mit hauptsächlich grünen Kabeln. Und nicht mehr mit den exklusiven Rundsteckern.
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Re: Das zweite Leben des Ferdinand

Ungelesener Beitrag von Birne » Sonntag 24. September 2017, 16:19

Die Ente ist aber älter als sieben Jahre. Die Kabel hatten über Jahrzehnte Zeit zu korrodieren. Der Kunststoff der Ummantelung altert und wird dadurch porös, Sauerstoff gelangt an das Kupfer. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Ente die meiste Zeit in einer Hülle aus Edelgas gelagert wurde, dann wären die Kabel sicher noch neuer. Bei der Arbeit, die du dir gemacht hast, wäre es doch kein Problem gewesen, Geld in neue Kabel und Stecker zu investieren, dann hättest du auf lange Zeit an der Stelle wirklich deine Ruhe gehabt.
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Re: Das zweite Leben des Ferdinand

Ungelesener Beitrag von rubber duck » Samstag 30. September 2017, 20:29

So, heute ging es an Chassis und Motor weiter. Unter tatkräftiger Mithilfe meiner Jüngsten :-) Das alte Moosgummizeugs zwischen Chassis und Karosserie muss weichen, da wird Fettband hinkommen.
Selina Chassis.jpg
Übrigens - was gerade als rechtes Vorderrad montiert ist, ist das originale Reserverad vom Auslieferzustand. :-)

Derweil habe ich Teile der Motorperipherie abgebaut, den Vergaser zur Kontrolle und Reinigung abmontiert, die Ansaugspinne ausgesaugt, Motoröl- und Filterwechsel vorgenommen, Kriechöl in die Kerzenlöcher gespritzt und dann den Motor mit der Handkurbel sachte durchgedreht, Ventilspiel kontrolliert und eingestellt und zuletzt noch einen Kompressionstest vorgenommen. Nebenbei den Warmluftkanal zur Windschutzscheibe sowie das Führungsrohr für den Schalthebel entrostet und fürs neu Lackieren vorbereitet.

Das Motoröl sah ganz normal aus, sogar noch leicht transparent und kein Hinweis auf Wasser.
Motoroel.jpg
Zuerst war ich erschrocken, als ich "Rost" am Ventiltrieb gesehen habe. Der "Rost" ließ sich aber spielend leicht abwischen :-)
Kipphebel vorher.jpg
Kipphebel nachher.jpg
Die erste komplette Umdrehung mit der Starterkurbel war noch sehr zäh und teigig, aber ohne Hakeln und ohne besondere Geräusche. Und mit jeder Umdrehung wurde es leichter. Ob das normal ist, fehlt mir die Erfahrung mit der Wiederbelebung von jahrzehntelang falsch gelagerten Motoren ...
Nach einigen Umdrehungen per Kurbel habe ich den Kompressionstester angesetzt. Linker Zylinder 4 bar, rechter 3 bar - etwas wenig, aber mit Handkurbelbetrieb kann man wohl nicht mehr erwarten. Also Batterie an den Anlasser geklemmt und mit Taster gestartet. Linker Zylinder 8 bar, rechter 6 bar. Dann noch ein paar Spritzer Motoröl in die Kerzenlöcher und nochmal getestet: Links 12 bar, rechts 8 bar. Ist das alarmierend, oder erwartungsgemäß für einen ungeöffneten Motor mit knapp über 200.000 km Laufleistung?

Zum Warmluftkanal zur Frontscheibe habe ich noch Fragen: Der hat mittendrin auf der Vorder- wie auf der Rückseite je einen weißen runden Gummistopfen mit Bohrung drin. Für was sind die? Geht da eine Schraube durch? Ansonsten wird er, wenn ich es richtig weiß, unten durch die Gummitülle in der Spritzwand gesteckt, und oben mit zwei Schrauben am Windschutzscheibenrahmen angeschraubt. Kann mir jemand die genauen Abmessungen dieser Schrauben nennen?
Danke!

Noch 233 Tage...
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Re: Das zweite Leben des Ferdinand

Ungelesener Beitrag von rubber duck » Dienstag 3. Oktober 2017, 20:52

Sodele, das Führungsrohr für den Schalthebel und die Warmluftdüse für die Frontscheibe sind neu lackiert, und das Getriebeöl ist gewechselt. Das kam mir beim Ablassen schon sehr dünn vor, zu dünn für ein 80er bei ~ 15°C. Aber es war sehr homogen, spricht doch eher gegen Wasser im Getriebe, oder? Und wo sollten so große Mengen Wasser ins Getriebe gelangen?

Auch zu meinen beiden Fragen oben (Kompressionswerte und Gummistopfen in der Warmluftdüse) würd ich mich freuen, wenn ein erfahrener Entenschrauber seine Erfahrung beisteuert :-)
Danke!

Zudem gibt es heute noch einen schönen Grund zum Freuen :-) Ich hab wochenlang trotz intensivster Suche den Fahrzeugbrief nicht mehr gefunden. Und hatte vor meinem inneren Auge so manches Schreckensszenario. Angefangen bei Behördenschikane bei der Ausstellung von Ersatzpapieren, bis hin zu dem Alptraum dass ich die Ente gerade fertig restauriert da stehen hab, und dann kommt irgendjemand mit dem Originalbrief und nimmt sie mit...
:traurig:
Durch derartige Träume geplagt, hab ich mich heute mit der besten Ehefrau von allen ;) durch den Keller gewühlt und auch die seit 18 Jahren ungeöffnet umgeschichteten Umzugskartons inspiziert. Und wie es ganz nach Murphy immer wieder vorkommt: Im letzten Karton, im zweitletzten Ordner, fanden sich die vermissten Dokumente!
:lol:

Noch 230 Tage...
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Siegfried
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Re: Das zweite Leben des Ferdinand

Ungelesener Beitrag von Siegfried » Mittwoch 4. Oktober 2017, 17:39

Tach,
haste vorm Einstellen der Ventile mal die Zylinderköpfe nachgezogen?
12 zu 8 mit Öl drin find ich schon recht viel.
Hattest du die Ansaugspinne ab, oder "nur so" ausgesaugt?
Der meiste Rost sammelt sich vom Ventil :-/

Zu den Gummistopfen:
Das ist bei den neuen 2CVs normal. Die alten hatten dort eine Klappe eingebaut um die Luft von Beifahrerseite auf Fahrerseite zu verteilen. Man hat das dann nicht mehr eingebaut, aber das Bauteil nicht geändert - wie bei vielen anderen Sachen auch.
Auf Wunsch mach ich auch ein Bild von der Verstellung.
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